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Auftrag (Word-Datei)

Hitlers Eroberungspläne im Osten und die Expansion Japans in China und Indochina waren der Auftakt zu einem Krieg, der nahezu die gesamte Welt zum Schauplatz hatte.

In wenigen Jahren hatte das nationalsozialistische Regime Österreich ans Deutsche Reich „angeschlossen' das Sudetenland annektiert und sich den tschechischen Teil der Tschechoslowakei als „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren" einverleibt. Die Welt hatte bisher tatenlos zugesehen, und auch sein nächstes Ziel glaubte Hitler ohne nennenswerten Widerstand angehen zu können: Polen. Schon seit geraumer Zeit gab es zwi­schen Polen und Deutschland Spannungen wegen des nun immer unverhohlener vorgebrachten deutschen Anspruchs auf Danzig, eine Freie Stadt unter Völkerbundaufsicht, und den „Korridor', die polnische Landbrücke zur Ostsee, die das deutsche Ostpreußen vom Reich abschnitt. Die polnische Regierung aber machte, bestärkt durch eine englische Beistandsgarantie, klar, daß Hitler diese Gebiete nicht ohne Krieg in die Hände fallen würden. Aber Hitlers Pläne beschränkten sich im übrigen nicht auf bloße Grenzkorrekturen. Er wollte in einem großangelegten Eroberungsfeldzug „Lebensraum im Osten" für ein großgermanisches Reich schaffen. Im deutsch­sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23. Au­gust 1939 regelte ein geheimes Zusatzprotokoll die Aufteilung Osteuropas zwischen Hitler und Stalin. Der propagandistisch lautstark vorbereitete Überfall wurde am 1. September 1939 auf Polen ausgelöst.

DER „FALL WEISS"     

Am 16. September 1939 besetzte durch Panzer unterstützte deutsche Infanterie die Außenbezirke Warschaus. Die polnischen Ulanenheere konnten gegen die modern ausgerüstete deutsche Wehrmacht nichts ausrichten, so daß Polen bereits nach vier Wochen kapitulieren mußte.

 

 

Die polnische Armee konnte mit ihrer völlig veralteten Ausrüstung gegen die deutschen Panzer und Flugzeuge nur wenig ausrichten. Innerhalb von 18 Tagen war die Operation mit dem Tarnnamen „Fall Weiß" abgeschlossen. Große Gebiete wurden dem Deutschen Reich direkt einverleibt und auch „Restpolen" verblieb als „Generalgouvernement" unter deutscher Kontrolle. Im deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag wurden schließlich Ostpolen und die baltischen Staaten der sowjetischen Einflußsphäre zugeschlagen. Die Westmächte verhielten sich zunächst abwartend. Paris und London erklärten dem Deutschen Reich am 3.September zwar offiziell den Krieg, doch konnte man sich nicht dazu entschließen, eine wirkliche zweite Front gegen Deutschland zu eröffnen.

KRIEG IM WESTEN     

Am 14. Juni 1940 wurde Paris kampflos besetzt. Die Vichy-Regierung des unbesetzten Frankreich arbeitete aber weitgehend mit Nazi-Deutschland zusammen.

 

 

Schon seit 1937 gab es in der deutschen Seekriegsleitung konkrete Überlegungen für eine Besetzung Norwegens. England plante ebenfalls, in dem skandinavischen Land zu intervenieren, um die Versorgung Deutschlands mit schwedischen Erzen zu unterbinden. Anfang April 1940 leiteten England und Deutschland unabhängig voneinander militärische Ope­rationen hierfür ein. Die Operation „Weser­übung" beinhaltete den kombinierten Einsatz von Luft-, See- und Landstreitkräften. Während die Besetzung Dänemarks relativ reibungslos verlief, erlitt die deutsche Flotte empfindliche Verluste beim Kampf um Norwegen. Der Wehrmacht gelang es jedoch, den englischen Landungstruppen fast überall zuvorzukommen, so daß die Briten schließlich zur Wiedereinschiffung gezwungen wurden.

Die Darstellung von Roy Nocholds zeigt britische Hurricane-Jäger im Kampf gegen deutsche Bomber während der „Luftschlacht um England' Der Luftwaffe gelang es nicht, die Luftüberlegenheit über Großbritannien zu erreichen und damit die Voraussetzung für ein Landeunternehmen zu schaffen.

 

 

Das deutsche Vorgehen in Skandinavien zeigte, daß Hitler vor einer Verletzung der Neutralität auch kleinerer Staaten nicht zurückschreckte. Mitte Mai 1940 überrannten deutsche Truppen Holland und Belgien, umgingen die französische Maginotlinie, eine der modernsten Festungsanlagen, und konnten so innerhalb von vier Wochen Frankreich niederwerfen. Die Operation „Sichelschnitt“, der Bewegungskrieg unter Einsatz schneller Panzerverbände, war ein weiteres Beispiel für den Erfolg der Strategie des „Blitzkriegs'. Warum es den Engländern trotz eigentlich aussichtsloser Lage möglich war, über 300’000 Mann aus dem eingekesselten Dünkirchen nach England auszuschiffen, bleibt umstritten.

Mit der Bombardierung von Coventry begann ein unbarmherziger Krieg gegen die englische Zivilbevölkerung. Die Fliegerangriffe auf London, die ab 1944 mit Raketen fortgesetzt wurden, beantworteten die Alliierten mit massiven Flächenbombardements deutscher Städte. Obwohl die Verluste an Bombern auf beiden Seiten kaum ausgeglichen und die kriegswichtigen Industrien des Gegners nicht entscheidend getroffen werden konnten, glaubte man die Bevölkerung jedoch zermürben zu können.

 

 

Frankreich hatte kapituliert und wurde teilweise besetzt. Im unbesetzten Südfrankreich bildete der Kriegsheld aus dem Ersten Weltkrieg, Marschall Pétain, ein autoritäres Regime, das schließlich mit Nazi-Deutschland kollaborierte. In London richtete daraufhin Charles de Gaulle eine Exilregierung des „Freien Frankreich" ein. Bestärkt durch die deutschen Erfolge trat nun auch Mussolini dem Krieg bei, um seine Ansprüche auf Korsika und französische Besitzungen in Nordafrika deutlich zu machen. Die Landung auf den britischen Inseln wäre der militärisch logische, nächste Schritt gewesen. Das entsprechende Unternehmen „Seelöwe" scheiterte jedoch, als es der deutschen Luftwaffe in der „Luftschlacht um England" nicht gelang, die Voraussetzung dafür, die Luftherrschaft über den britischen Inseln, zu erlangen.

Dieses sowjeti­sche Plakat zeigt Hitler im Würgegriff der alliierten Mächte. Solches Propa­gandamaterial wurde neben gefälschten Lebensmittelmarken über deutschem Gebiet abgeworfen. Wer aber damit angetroffen wurde, mußte mit der Todesstrafe rechnen.

 

 

DER KAMPF UMS MITTELMEER     

Generalfeld­marschall Erwin Rommel befehligte das deutsche Afrikakorps gegen die 8. Armee Montgomerys. Doch im Zusammenhang mit dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 wurde Rommel schließlich zum Selbstmord gezwungen.

 

Als Italien im Oktober 1940 ohne Absprache mit Berlin Griechenland angriff, wurde der gesamte Mittelmeerraum ins Kriegsgeschehen mit einbezogen. Die italienischen Angriffe wurden sowohl in Nordafrika als auch in Griechenland zurückgeschlagen, so daß Mussolini Deutschland um Hilfe bitten mußte. England sah die Chance, aus seiner isolierten Insellage herauszukommen, indem es von Ägypten aus gegen die Achsenmächte zu intervenieren versuchte. Wieder war die deutsche Armee jedoch erfolgreich. Bis Mitte 1941 wurde der gesamte Balkan erobert, und das Afrikakorps unter Erwin Rommel drängte die Engländer bis Tobruk zurück.

Die deutschen U-Boote waren die Elite der Kriegsmarine. Die „grauen Haie" versenkten unzählige Schiffe aus den Nachschubkonvois, die über den Atlantik Großbritannien und die Sowjetunion versorgten. Doch die überlegene alliierte Radartechnik machte um 1943 die sogenannte U-Boot­Waffe nahezu wirkungslos.

 UNTERNEHMEN „BARBAROSSA"

Am 22.Juni 1941 erfolgte der deutsche Angriff auf die Sowjetunion ohne offizielle Kriegserklärung. Schon bald suchte Stalin das Bündnis mit England und den USA. Doch wieder schien sich die vermeintliche Unbesiegbarkeit der deutschen Wehrmacht zu bestätigen. Leningrad wurde belagert, deutsche Panzerspitzen erreichten Moskau, und auch massive Waffenhilfe der Vereinigten Staaten, denen Deutschland im Dezember 1941 den Krieg erklärte, schien die russische Niederlage nicht verhindern zu können.

Der frühe Einbruch des Winters, Stalins Neuorganisation der Roten Armee und der wachsende Widerstand der russischen Bevölkerung angesichts der brutalen deutschen Besatzungspolitik brachten die Offensive zunächst zum Stehen. Im Sommer 1942 rückten die deutschen Truppen wieder vor, bis im Kessel von Stalingrad endgültig die Wende eingeleitet wurde.

 

FESTUNG EUROPA       

Die Truppen der Achsenmächte beherrschten 1942 nahezu den gesamten europäischen Kontinent und weite Teile Nordafrikas. Die Verwaltung der besetzten Gebiete war nach keinem festen System organisiert. Das Wesen der deutschen Besetzung war aber von einer bis dahin nicht gekannten Brutalität gekennzeichnet. Zwar regte sich überall Widerstand gegen die Aggressoren, doch konnten Wehrmacht und SS entweder interne Differenzen innerhalb der Widerstandsbewegungen für sich ausnutzen, wie etwa in Jugoslawien, oder sich mit blankem Terror durchsetzen. Die Massaker an der Zivilbevölkerung im französischen Oradour und im tschechischen Udice geben einen ungefähren Eindruck von der Menschenverachtung der deutschen politischen und militärischen Führung. Einigermaßen erfolgreich war lediglich der Partisanenkampf im besetzten Teil der Sowjetunion und in Jugoslawien, ohne daß die Streiks in Holland, die Aktionen der Résistance in Frankreich oder der Kampf der polnischen Untergrundarmee vergessen werden sollten.

Der Widerstand der„Edelweißpiraten', einzelner Kleriker wie Martin Niemöller oder Rupert Mayer, der „Roten Kapelle', der Studentengruppe „Weiße Rose" um die Geschwister Scholl oder der Attentatsversuch des Einzelgängers Georg Elser verdienen Respekt, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie wenig der Widerstand in Deutschland selbst von der Bevölkerung getragen wurde. Das Scheitern des Attentats auf Hitler durch Graf Stauffenberg am 20. Juli 1944 war zugleich auch das Ende der Opposition nationalkonservativer Kreise innerhalb der Reichswehr.

Der Mord an nahezu sechs Millionen Juden und Millionen Menschen verschiedenster Nationalität in Vernichtungslagern wie Auschwitz oder Treblinka gehört zu den schlimmsten Verbrechen der Geschichte.

 

Je aussichtsloser die Kriegslage, desto ungeheuerlicher wurde der Naziterror: Die slawischen Völker wurden versklavt, Behinderte, Homosexuelle, Kommunisten, Sozialisten, bekennende Christen, Sinti und Roma systematisch verfolgt und umgebracht. Ohnegleichen in der Geschichte ist der Völkermord am Judentum. Zwischen vier und sechs Millionen europäische Juden wurden in KZs wie Treblinka oder Auschwitz ermordet.

 

DIE WENDE: STALINGRAD  

Am 31. Januar 1943 kapitulierte die 6. deut­sche Armee unter Generalfeldmarschall Paulus nach erbitterten Kämpfen um die Wolgastadt Stalingrad. Die Ostfront geriet ins Wanken, daran änderte auch die deutsche Som­meroffensive „Zitadelle" nichts mehr. Am 13. Mai 1943 kapitulierte das Afrikakorps, und angloamerikanische Truppen landeten im Juli in Sizilien. Zwar konnte der Sturz Mussolinis und Italiens Kriegserklärung an Deutschland durch einen Handstreich deutscher Fallschirmjäger verhindert werden, doch wurde es nun auch führenden deutschen Militärs klar, daß der Krieg verloren war.

Am 6. Juni 1944 landeten alliierte Truppen in der Normandie („Overlord"). Damit kamen die Westmächte der Forderung Stalins nach, durch eine zweite Front im Westen die Rote Armee zu entlasten. Von Osten, Westen und Süden näherten sich die alliierten Truppen dem Reichsgebiet.

 

 

 

 

In Peenemünde wurden die deut­schen Raketen VI und V2 entwickelt, die ab 1944 vor allem gegen London und Antwerpen als Terrorwaffen eingesetzt wurden.

 

 

 

Goebbels Versuch, durch Propagierung des „totalen Krieges', der Beschwörung von „Wunderwaffen" und des Waffeneinsatzes der gesamten deutschen Bevölkerung, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, scheiterte ebenso wie die letzte deutsche Offensive in den Ardennen.

Hitler, der bis zum Schluß die deutsche Niederlage nicht wahrhaben wollte, nahm sich am 30. April 1945 das Leben. Die ihm nachfolgende Reichsregierung unter Admiral Dönitz blieb zwar noch bis zum 23. Mai im Amt, hatte jedoch keinen Spielraum mehr. Am 8. Mai 1945 unterzeichnete Generalfeldmarschall Keitel die bedingungslose Kapitulation.

Ein sowjetischer Soldat hißt die rote Fahne auf dem Reichstag. Marschall Schukows Armeen erreichten Berlin am 22. April 1945. Die Stadt kapitulierte dann am 2. Mai, zwei Tage nach Hitlers Selbstmord.

 

 

 

 

 

 

 

KRIEG IM PAZIFIK      

In Europa war der Krieg beendet, doch in Asien sollte er noch einige Monate länger dauern. Am 7 .Juli 1937 hatte schon der Krieg zwischen Japan und China begonnen. Japan wollte eine „Neue Ordnung in Ostasien" schaffen, also die Kolonialmächte verdrängen und eine japanische Oberherrschaft errichten. Zwar war das Inselreich formell durch den „Antikomintern-Pakt" beziehungsweise den „Dreimächtepakt" mit Deutschland und Italien verbündet, doch fand eine Absprache in der Kriegsführung nicht statt. So konnte sich Japan nicht entschließen, Deutschland durch einen Angriff auf Rußland zu entlasten.

Nachdem im Oktober 1941 eine Militärregierung unter General Tojo die Macht übernommen hatte, schien eine diplomatische Lösung des Interessenkonfliktes mit den USA kaum noch möglich. Der schon lange schwelende Konflikt um die Vorherrschaft im pazifischen Raum kulminierte am 7. Dezember1941 in dem Überfall auf die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor auf Hawaii.

Innerhalb eines halben Jahres konnten die Japaner ein riesiges Territorium erobern. Die Philippinen, Niederländisch-Indien, Singapur, Hongkong, Neu-Guinea, Burma und weitere Gebiete mit insgesamt 450 Millionen Einwoh­nern und immensen Rohstoffvorkommen wurden 1942 von Japan beherrscht. Nur lang­sam konnten sich die amerikanischen Streitkräfte unter General MacArthur von ihren schweren Rückschlägen erholen, übernah­men dann aber in den Seeschlachten am Korallenmeer und bei den Midway-Inseln die Initiative. Nur sehr mühsam wurden die Japaner in langwierigen Kämpfen nach und nach zurückgedrängt Die außerordentliche Brutalität der japanischen Kriegsführung gegen den Feind und die Zivilbevölkerung richtete sich auch gegen die kaiserliche Armee selbst, die durch selbstmörderische Aktionen das alliierte Vordringen aufzuhalten suchte.

Erst der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 brach den Widerstand. Am 2. September 1945 wurde auf dem amerikanischen Schlachtschiff „Missouri" die Kapitulation Japans unterzeichnet.

Nagasaki nach dem Abwurf der zweiten Atombombe am 9. August 1945. Die erste Bombe zerstörte Hiroshima am 6. August 1945. In Nagasaki starben durch den Abwurf der Atombombe 40.000 Menschen, in Hiroshima rund 100.000 - ein Drittel der Bevölkerung.

 

 

DIE FOLGEN DES WELTKRIEGES

Etwa 100 Millionen Männer und Frauen aus 27 Nationen waren aktiv an den Kampfhandlungen beteiligt. Dabei kamen ungefähr 16 Millionen Soldaten ums Leben. Die Toten unter der Zivilbevölkerung lassen sich kaum schätzen; es dürfte sich um 20 bis 30 Millionen Opfer gehandelt haben. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte allerdings kein Friede ein. Die Völker Ostasiens wollten nicht zum kolonialen Vorkriegsstatus zurückkehren, und es kam zu Befreiungskriegen, die sich wie in Vietnam noch Jahrzehnte hinzie­hen sollten. Schon während des Krieges bröckelte die Allianz zwischen den Westmächten und der Sowjetunion. Die Welt war bald in zwei Blöcke geteilt, die sich unversöhnlich im Kalten Krieg gegenüberstehen sollten.