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Auftrag (Word-Datei)

Adolf Hitler und seine nationalsozialistische Partei versprachen Deutschlands einstige Größe wieder herzustellen. Die gewagte und skrupellose Politik des Diktators schien zunächst erfolgreich, stürzte aber Europa schließlich in Krieg und Elend.

Hitler besucht eine typische Massenveranstaltung der NSDAP

Nach Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg wurde das Land von den siegreichen Alliierten zur Annahme erniedrigender Bedingungen gezwungen, die im Vertrag von Versailles festgelegt wurden. Deutschland verlor ausgedehnte Gebiete, es sollte nahezu waffenlos bleiben und darüber hinaus enorme Reparationszahlungen leisten.

DEUTSCHLAND IM CHAOS   

Obwohl die alliierten Kriegsziele erreicht waren, der Kaiser abgedankt hatte und Deutschland eine Demokratie geworden war, wurden unangemessen harte Friedensbedingungen gestellt. Daher war die junge Weimarer Republik von Anfang an mit großen Problemen konfrontiert. Die ersten Nachkriegsjahre waren durch politische und soziale Unruhen gekennzeichnet. Das Überleben der jungen Republik stand in Frage. Zu den harten Bedingungen des Versailler Vertrags, die das nationale Bewußtsein der Menschen kränkten, gesellte sich die Inflation.

ADOLF HITLER   

Hitler, der Sohn eines österreichischen Zöllners, wollte zunächst Kunstmaler werden. Er war jedoch nur mäßig begabt und zudem undiszipliniert. Seine künstlerischen Ambitionen schlugen fehl, die Wiener Kunstakademie lehnte ihn ab, und so siedelte er 1913 in die bayerische Hauptstadt München über. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete er sich freiwillig für die deutsche Armee. Als Gefreiter wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Adolf Hitler (1889-1945) begrüßt mit leidenschaftlichen Reden alte Kameraden an einem Jahrestag des Putsches von 1923 in München.

 

 

Als Hitler nach Kriegsende nach München zurückkehrte, trat er der unbedeutenden „Deutschen Arbeiterpartei" bei, einer Splitterpartei, die einen vagen nationalen Sozialismus propagierte. Durch fanatischen politischen Einsatz und ungewöhnliches Rednertalent wurde Hitler bald ihr unumstrittener „Führer". Nach dem Vorbild der italienischen Faschisten unter Benito Mussolini formte er die nun in „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei" umbenannte Partei schrittweise zu einer ernstzunehmenden Gruppierung im äußersten rechten Spektrum. ,,Führerprinzip", medienwirksame Massenaufmär­sche, der geschickte Einsatz von nationalistischen Symbolen wie dem Hakenkreuz, Fackelzügen und Fahnenkult gehörten ebenso zum Erscheinungsbild der Partei wie die Bildung der paramilitärischen,,,Sturmabteilung' (SA). Diese wegen ihrer Uniform „Braunhemden" genannte Privatarmee diente offiziell als Ordnungsinstanz bei Parteiveranstaltungen. Sie schreckte aber auch nicht davor zurück, durch Terror und Gewalt politisch Andersdenkende und vor allem die jüdische Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen.

DIE NATIONALSOZIALISTEN      

Die im Oktober 1923 gegründeten „Braunhemden" (SA) auf den Straßen Berlins.

 

 

Um die Demokratie zu stürzen, setzte Hitler auf eine Zusammenarbeit mit anderen nationalistischen Organisationen. Das Krisenjahr 1923 schien ein günstiger Zeitpunkt, der jungen Republik den Todesstoß zu versetzen. Das Ruhrgebiet, industrielles Zentrum Deutschlands, wurde von Frankreich wegen nichtgeleisteter Reparationszahlungen besetzt, eine galoppierende Inflation machte das Geld nahezu wertlos und viele Deutsche standen am Rande des Ruins. Der Putsch, der die Republik stürzen sollte, war jedoch schlecht vorbereitet und endete am 9. November 1923 vor der Münchener Feldherrnhalle im Kugelhagel der Bayerischen Landespolizei.

Hitler und den Hauptbeteiligten des Putschs wurde der Prozeß wegen Hochverrats gemacht. Die Gerichtsverhandlung konnte Hitler zu einer Propagandaveranstaltung für sich ummünzen, und auch das relativ milde Urteil von fünf Jahren, von denen er nur neun Monate verbüßte, zeigte die nationalistische Grundeinstellung der Justiz.

Dennoch hatten sich die Erfolgschancen für die radikalen Theorien Hitlers seit 1924 drastisch verschlechtert. Der„Führer" saß in Haft, Partei und SA waren verboten und auch die vielgeschmähte Republik schien sich zu stabilisieren. Die Einführung der Rentenmark brachte die Währung in Ordnung, die Politik von Außenminister Stresemann führte zu einer Harmonisierung der Beziehungen mit den ehemaligen Kriegsgegnern und ein wirtschaftlicher Aufstieg kennzeichnete die Zeit.

 

In seinem Triptychon „Großstadt" kritisiert der Maler Otto Dix die Dekadenz der späten zwanziger Jahre.

 

 

 

 

Dennoch rückte Hitler von seinen extremistischen Positionen keineswegs ab. Während des Gefängnisaufenthalts diktierte er seinem späteren Stellvertreter Rudolf Hess seine politischen Grundgedanken, die als Buch unter dem Titel „Mein Kampf' veröffentlicht wurden. Vorrangiges Ziel der Nationalsozialisten sollte es sein, den demütigenden Versailler Vertrag rückgängig zu machen, Sozialisten und Kommunisten zu bekämpfen und Deutschland wieder zu nationaler Größe zu führen. Eine seiner Grundthesen war, daß die Geschichte ein Kampf der Rassen auf Leben und Tod sei.

 

 

Die NSDAP fordert auf Plakaten zum Boykott jüdischer Geschäfte auf.

 

Das seiner Ansicht nach allen anderen Ras­sen überlegene arische Germanentum müs­se sich mit allen Mitteln gegen die als minderwertig diffamierten anderen Rassen behaupten. Insbesondere den Juden unterstellte er, sie wollen das deutsche Volk unterdrücken und ausbeuten. Aus der angeblichen Überlegenheit der arischen Herrenrasse leitete er die Forderung ab, durch Eroberungsfeldzüge „Lebensraum im Osten" für die Deutschen zu schaffen, die dortige slawische Bevölkerung zu versklaven und das Judentum auszurotten.

STIMMENFANG 

Nach dem gescheiterten Putschversuch von 1923 wurde sich Hitler bewußt, daß er die Macht nur mit legalen Mitteln an sich reißen konnte. Nicht spektakuläre Gewaltaktionen, sondern der verfassungsmäßige Weg, die Wahlen, sollten ihn ins Parlament und von dort aus an die unumschränkte Macht bringen. Die ersten Wahlergebnisse nach Wiederzulassung der NSDAP waren nicht ermutigend, doch die Weltwirtschaftskrise, die durch den Börsenkrach an der New Yorker Börse 1929 ausgelöst wurde, sollte Hitler zum Erfolg verhelfen. Der schwere Konjunkturrückschlag ließ die Arbeitslosenzahlen bis auf sechs Millionen hochschnellen. Hitler erklärte, Juden und Kommunisten seien Schuld an der Misere. Er, Hitler, wolle das Übel bei der Wurzel fassen. Einflußreiche nationalkonservative Kreise, das Militär und Teile der Industrie gaben ihre anfängliche Zurückhaltung auf und blickten wohlwollend auf die sich zur Massenpartei entwickelnde NSDAP. Nicht nur der wirtschaftliche Niedergang, auch die politische Krise der Weimarer Republik kamen Hitler entgegen. Die Reichstagswahlen von 1930 und Juli 1932 brachten sensationelle Erfolge für die NSDAP, dennoch besaßen die demokratischen Parteien nach wie vor die Mehrheit im Reichstag. Eine funktionierende Regierung konnten sie jedoch nach dem Rücktritt des SPD-Kanzlers Hermann Müller nicht mehr bilden. Das Deutsche Reich wurde seit 1930 durch sogenannte Präsidialkabinette regiert, d.h. die konservativen Reichskanzler Brüning, Schleicher und von Papen regierten nicht aufgrund einer parlamentarischen Mehrheit, sondern mit Hilfe des Notstandsartikels 48 der Verfassung, der dem monarchistischen Reichspräsidenten von Hindenburg die Möglichkeit gab, die Rechte des Reichstages weitgehend einzuschränken. Die parlamentarische Demokratie war längst gescheitert, bevor Hitler die Macht an sich ziehen konnte. Ziel der nationalkonservativ-autoritären Kreise um Franz von Papen war es, ein autoritäres Regime unter Ausschaltung parlamentarischer Kontrollmechanismen zu schaffen, das sich auf die Reichswehr stützen sollte. So erklärt sich die verfassungswidrige Abset­zung der preußischen Regierung Braun. Die Nationalsozialisten sollten in den geplanten „Neuen Staat" integriert und durch Beteiligung an der Macht „gezähmt" werden. Als auf Betreiben von Papens Hitler im Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, waren die Voraussetzungen für die totale Machtübernahme bereits weitgehend geschaffen.

DAS DRITTE REICH    

Sofort nach seiner Ernennung ging Hitler daran, seine Macht zu nutzen, um die „legale Revolution" zu vollenden.

 

Der„ Tag von Potsdam" besiegelte das Bündnis der alten Elite mit der jungen radikalen Bewegung. Hindenburg hatte Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt.

 

 

 

Innerhalb weniger Monate brachte er den gesamten Staat, das Militär, die Verwaltung, die Polizei, die Presse, den Kulturbetrieb und alle Institutionen unter seine Kontrolle.

 

Der Reichstagsbrand am 27.2.1933 gab Hitler den Vorwand, die Verfassung außer Kraft zu setzen und die kommunistischen Organisationen zu zerschlagen.

 

Der Reichtagsbrand gab den Anlaß zur Verhängung des Ausnahmezustandes und zur Verfolgung der Kommunisten. Das „Ermächtigungsgesetz" vom 23. März 1933 gab ihm mit Zustimmung aller Reichstagsparteien mit Ausnahme der SPD und der größtenteils bereits verhafteten oder untergetauchten KPD-Abgeordneten für vier Jahre diktatorische Vollmachten. Nach und nach wurden alle Institutionen „gleichgeschaltet" und mißliebige parteifeindliche und jüdische Beamte aus ihren Ämtern entfernt.

 

Bücherverbrennung in Berlin 1933. Propagandaminister Goebbels holt zum Schlag gegen die „undeutsche" Wissenschaft und Literatur aus.

 

 

Mit den Kirchen suchte er den Ausgleich, dennoch formierte sich neben unverhohlener Zustimmung geistlicher Würdenträger auch Widerstand. Die innerparteilichen Gegner, vornehmlich in der SA, wurden i n der „Nacht der langen Messer" in einer großangelegten Aktion der persönlichen Truppe Hitlers, der SS, ermordet. Nach dem Tod Hindenburgs 1934 übernahm Hitler auch dessen Amt und hatte nun eine uneingeschränkte Machtfülle.

 

Das Plakat soll den Sieg über die (jüdische) Hochfinanz symbolisieren.

 

 

Obwohl ein ganzes Volk politisch entmündigt wurde, Oppositionelle in Konzentrationslagern verschwanden, die Bürgerrechte außer Kraft gesetzt wurden, massive Judenverfolgungen einsetzten, konnte Hitler seine Popularität noch weiter steigern. Ein Grund war der scheinbare wirtschaftliche Aufstieg. Durch ein rigides Wiederaufrüstungsprogramm und staatlicher Großaufträge wie den Bau der Autobahn gelang es seiner Wirtschaftspolitik, die Arbeitslosenzahl deutlich zu senken. Die Deutschen fühlten sich in einer Aufbruchstimmung, Organisationen wie „Kraft durch Freude" versprachen Wohlstand und Sicherheit. Doch die wirtschaftliche Erholung lief langfristig auf den Krieg hinaus.

 

Bei antisemitischen Ausschreitungen in der „Reichskristallnacht" im November 1938 wurden jüdische Geschälte demoliert.

 

 

 

 

Auch außenpolitisch konnte Hitler mehrere Erfolge verbuchen. So wurde das französisch verwaltete Saarland wieder ins Reich integriert und deutsche Truppen marschierten 1936 in das entmilitarisierte Rheinland ein. Die Westalliierten reagierten auf diesen Bruch der Bestimmungen des Versailler Vertrages ebensowenig, wie auf die Verstöße gegen die Entwaffnungsbestimmungen. Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin wurden zu einem internationalen Propagandarummel für das Regime. Ermutigt durch die ausbleibende Reaktion der Westmächte, wurde Österreich 1938 dem Reich „angeschlossen".

Hitler empfängt Chamberlain. 1938 beschlossen die Teilnehmer der Münchner Konferenz ohne Verhandlungen mit der Tschechoslowakei die Angliederung des Sudetenlandes an das Deutsche Reich.

 

 

Auf der Konferenz in München billigten Italien, England und Frankreich die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete von der Tschechoslowakei. Obwohl Hitler erklärte, dies sei seine letzte territoriale Forderung gewesen, marschierten deutsche Truppen im März 1939 in die Tschechoslowakei ein, ohne daß die Westmächte eingriffen. Die Forderung der Angliederung Danzigs an Deutschland und die Exterritorialisierung des Korridors zwischen Ostpreußen und dem Reichsgebiet machten Hitlers Ansprüche auf polnisches Gebiet deutlich, die von England und Frankreich durch eine Garantieerklärung für Polen beantwortet wurden. Nachdem sich Hitler im deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt die Interessensphäre in Polen mit dem sowjetischen Diktator Stalin geteilt hatte und das Bündnis mit Italien im „Stahlpakt" besiegelt war, inszenierte die Deutsche Wehrmacht einen polnischen Überfall auf einen deutschen Radiosender als Vorwand zum Krieg. Doch diesmal gaben die Westalliierten nicht nach. Drei Tage nach der deutschen Aggression erklärten England und Frankreich am 3. September 1939 Deutschland den Krieg.

 

 

 

 

 

 

Diese Schmiererei auf einem jüdischen Geschäft in Wien ließ bereits das schlimme Schicksal der europäischen Juden ahnen.