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Die Berufswahl ist immer bestimmten
Einflüssen ausgesetzt: Erwartungen der Eltern, die besuchte Schule, gesundheitliche
Probleme, das aktuelle Lehrstellenangebot, bestimmte Sympathien und Abneigungen und viele
andere Dinge können eine lenkende Rolle spielen. Wie haben Sie selber solche Einflüsse
erlebt? Was sollte nach Ihren persönlichen Erfahrungen für die Berufswahl der Kinder
ausschlaggebend sein?
Im 8. Schuljahr
- Positive Haltungen verstärken.
Selbstvertrauen, Selbständigkeit, Initiative, Ausdauer und Beziehungsfähigkeit
sind Eigenschaften, die bei der Berufsfindung und in der anschliessenden Ausbildung immer
wieder benötigt werden, Die wertvollsten erzieherischen Verstärker sind für Ihr Kind
Ihr Interesse, Ihre Anerkennung und Freude und Gelegenheiten, solche Haltungen üben zu
dürfen.
- Ihr Kind ernst nehmen. Wie können Sie die partnerschaftliche Beziehung
zu ihm vertiefen? Es hat noch nicht die ganze Entscheidungsfreiheit, kann aber schon viele
Teilentscheide selber treffen.
- Die soziale Bedeutung, den Sinn des Arbeitens aufzeigen. Gelegentlich
von eigenen Arbeitserlebnissen berichten
- Berufe nicht werten, aber Beziehungen aufzeigen zwischen unseren
Lebensbedürfnissen und der Berufsarbeit:
Hunger: Ernährungsberufe, Ein Dach über dem Kopf:
Bauberufe, Einrichtungen im Hause: Technische Berufe usw.
- Die erste Berufswahl nicht als etwas
Endgültiges hinstellen. Sie dient vor allem dem Finden eines
Ausbildungsfundamentes, das den Interessen und Fähigkeiten weitgehend entspricht. Es
geschieht häufig, dass sich später die eigenen Bedürfnisse oder die Verhältnisse in
der Berufswelt ändern. Solche Gründe veranlassen viele Leute, sich weiterzubilden oder
sich beruflich umzustellen. Beides aber fällt leichter, wenn der Grundberuf
Freude machte und Erfolgserlebnisse das Selbstgefühl stärkten.
- Zu einer ersten Übersicht über die
Berufswelt verhelfen. Der erste und einfachste Weg besteht im Lesen und Anschauen
eines berufskundlichen Buches. Solche Bücher sind im Buchhandel, aber auch leihweise in
Bibliotheken und bei der Berufsberatung erhältlich.
- Interessen und Fähigkeiten beobachten.
Die Freizeitbeschäftigungen des Kindes, seine Spiele, Arbeiten und
Schulleistungen können über Bedürfnisse, Neigungen und Fähigkeiten viel aussagen Im
Gespräch zur Selbsterfahrung anregen: Was tue ich gerne und was erlebe ich dabei?
Die Beweggründe sind oft besonders aufschlussreich., Notieren Sie Ihre Feststellungen
gemeinsam mit Ihrem Kind. Befragen Sie auch die Lehrpersonen nach ihren entsprechenden
Beobachtungen in der Schule. Das kann weitere Anhaltspunkte bringen.
- Die verschiedenen möglichen Ausbildungswege
kennenlernen. Es gibt (noch) die Anlehre, die Berufslehre von 2, 3 oder 4 Jahren
Dauer, die Berufslehre mit Berufsmaturität (Berufsschule), die Berufslehre an einer
Fachschule, den Weg über die Maturitätsschulen und Diplom- Mittelschulen usw,
- Die Bemühungen der Schule zur
Berufswahlvorbereitung unterstützen. Stellen Sie sich nach Möglichkeit für
eine Befragung durch interessierte Schüler über Ihre Berufsarbeit zur Verfügung.
Erkundigen Sie sich. welche Aktivitäten die Schule (Klassenlehrer/Klassenlehrerin) plant.
- Berufswünsche - auch unmögliche - ernst
nehmen. Wenn Iris Tierwärterin oder Detektivin, Armin Schafhirte oder
Astronaut werden möchte, steckt ein echtes Anliegen dahinter. Wichtig ist die Frage:
«Was gefällt dir an diesem Beruf?» Dem Kind helfen, die mit dem Wunsch- oder
Traumberuf verbundenen Interessen und Erwartungen zu erkennen. Veranlassen Sie es, sich
über seine Wunschberufe genau zu informieren (z. B. im Berufsinformationszentrum der
Berufsberatung oder Berufsleute befragen).
- Auch angehende Mittelschüler sollten die
Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der beruflichen Umwelt nicht auf später
verschieben. Die Mittelschuleignung kann im Verlaufe dieses Jahres ein erstes Mal
eingeschätzt werden. Anhaltspunkte sind: die bisherigen Leistungen in den sprachlichen
und mathematischen Fächern, die Leichtigkeit oder Mühe des Lernens, die Selbständigkeit
beim Erledigen der Schularbeiten, das Interesse an wichtigen Schulfächern, der Wunsch,
noch mehrere Jahre zur Schule zu gehen oder sich lieber in der Berufspraxis weiterzubilden
usw.
- Die Berufsberatung kann ebenfalls helfen.
Notieren Sie die Fragen, über die Sie oder Ihr Kind Auskünfte wünschen. Informieren Sie
sich über die Dienstleistungen der Berufsberatung, damit Sie Ihre Wünsche anbringen
können. Rechtzeitig Kontakt aufnehmen. Die Anmeldungen für die persönliche Beratung
erfolgen in der Regel ab Beginn des vorletzten Schuljahres.
- Das Kind veranlassen, eine Liste seiner
wichtigsten Interessen und Fähigkeiten aufzuschreiben und mit Berufsgruppen zu
vergleichen.
Im 9. Schuljahr
- Sich über die Berufe der engeren Wahl
gründlich informieren. Über zahlreiche Berufe gibt es bei der Berufsberatung
leihweise Dokumentationsmaterial (Berufsbilder, Ausbildungsreglemente usw,) Weitere
Möglichkeiten: Berufsbesichtigungen, Besprechungen mit Berufsleuten, Praktika
(Schnupperlehren).
- Berufs und Ausbildungswünsche der Kinder
grundsätzlich akzeptieren und Berufe der engeren Wahl nach Vorliebe
ordnen lassen. Aber nicht nach Prestigegesichtspunkten werten («... das ist ein
angesehener Beruf !» «... da verdient man Spitzenlöhne!» «. . . für uns kommt nur
ein akademischer Beruf in Frage !» usw.), sondern deren Inhalte (Tätigkeiten,
Arbeitsstätte, Anforderungen, Ausbildungswege, Berufsaussichten) besprechen.
- Lehrstelle suchen helfen.
Zeitpunkt: Einige Wochen nach Beginn des letzten Schuljahres. Es empfiehlt sich, die
Inserate zu beachten, Lehrerinnen anzufragen, sich bei Verwandten und Bekannten zu
informieren, Sekretariate von Berufsverbänden anzufragen oder sich beim kantonalen Amt
für Berufsbildung nach dem Lehrstellennachweis zu erkundigen.
- Und wenn die beruflichen Aussichten unsicher
sind? Garantien für eine sichere Stelle kann heute kaum eine Ausbildung noch
geben. Um so wichtiger ist es, dass
- man sich nicht von vornherein auf nur einen
einzigen Beruf einschränkt, sondern eine Auswahl ins Auge fasst
- die gewählte Ausbildung den Interessen und Fähigkeiten entspricht und nicht zu
Überforderungen führt,
- man auf eine breite Grundausbildung und gute Weiterbildungsmöglichkeiten achtet.
- man die Situation der in Aussicht genommenen Berufe auf dem Arbeitsmarkt überprüft.
- Um es nochmals zu betonen: Nicht drängen ("Wann weisst du
endlich, was du werden möchtest ! ") und nicht lenken. Wenn nötig, ist es besser,
ein zusätzliches Schul- und Reifejahr vorzusehen.
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